Diese Frage stellten sich auch Wissenschaftler aus den USA. Sie betrachteten dabei das Ernährungsverhalten zwei verschiedener Gruppen. In der ersten Gruppe waren normalgewichtige Personen (BMI 22), die ursprünglich über 11,5 Jahren mindestens 10 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten. In der zweiten Gruppe befanden sich Erwachsene, die nie übergewichtig waren (BMI 21).
Um das Ernährungsverhalten beider Gruppen zu analysieren, erstellte jeder Teilnehmer über drei Tage ein Ernährungsprotokoll.
Ergebnis: Ehemals übergewichtige Personen bevorzugen, im Vergleich zu den Immer-Normalgewichtigen, eine Ernährung, die weniger Fett enthält. Auch der Konsum fett- bzw. zuckerreduzierter Milch und Milchprodukte, Dressings und Soßen war in dieser Gruppe höher. Erfrischungsgetränke, die Süßstoffe enthalten, wurden in der ersten Gruppe ebenfalls wesentlich mehr konsumiert, als mit Zucker gesüßte Getränke.
Fazit: Laut dieser Studie sind Menschen, die zu echten oder subjektiv empfundenen Gewichtsproblemen neigen, die typischen Light-Konsumenten. Davon abgesehen, dass Lightprodukte oftmals teurer sind als herkömmliche Produkte, stellt sich die Frage, inwieweit sie zur Stabilisierung oder Reduzierung des Körpergewichts wirklich beitragen. Besonders Produkte, die mit dem Begriff „Diät“ gekennzeichnet sind, sollten mit Vorsicht genossen werden, denn diese enthalten meistens gar nicht viel weniger Kalorien als „normale“ Produkte. Der Unterschied ist oft nur im Fettsäuremuster oder in der gewählten Zuckerart zu finden. Nur Produkte, denen Süßstoffe zugesetzt sind, enthalten wirklich weniger oder keine Kalorien. Aber auch hier Vorsicht vor Aussagen wie „Light“ oder „leicht“: sie suggerieren dem Verbraucher, mehr davon essen zu können. Hinzu kommt, dass viele solcher Produkte ein geringes Sättigungsgefühl erzeugen und damit steigt die Gefahr, doppelt so viele “Light”-Produkte zu verzehren. Somit können „leichte“ Produkte zu schwerem Hüftgold werden.
Literatur:
Phelan S. et al. Use of artificial sweeteners and fat-modified foods in weight loss maintainers and always-normal weight individuals. Int Journal of obesity (2009) 33, 1183-1190